Anfänge der USA
  • Besiedlung durch die Indianer
  • Zuwanderung von europäischen Siedlern, 
  • Kolonialisierung durch F und GB
  • Konflikt der Kolonialmächte Frankreich und Grossbritannien
  • Unabhängigkeitskrieg der amerikanischen Siedler
  • Charakterisierung der US Verfassung von 1784
  • Sklavenfrage

Indianische Bevölkerung Amerikas

Nordamerika war bei der Ankunft der Europäer (v.a. ab ca. 1600) durch indianische Nomadenstämme dünn besiedelt. Die Indianer hatten keine festen Wohnsitze, sondern reisten den frei daherziehenden Büffelherden nach. Ihrer Auffassung gehörten Erde, Wasser, Tiere und Pflanzen allen. Wenn sich zwei Stämme zu nahe kamen, konnte es zu Kämpfen kommen, denn Büffelherden, Wasserstellen etc. waren nich für beliebig viele Menschen ausreichend, wenn sie nicht übernutzt werden sollten.
Die Siedler betrachteten aber das « entdeckte » Land als herrenloses Niemandsland und die gelegentlich auftauchenden Indianer als Störefriede, die man vertreiben musste. Sie konnten nicht dulden, dass Indianer "ihre" Weiden durchstrichen, ihre Rinder mit freien Büffelherden verwechselten etc. Die Indianer verstanden aber die Zäune der Siedler als feindlichen Akt. Der Versuch, Indianer mit Scheinkäufen von Land (lächerliche Preise, geölt mit Alkohol etc.) fernzuhalten, scheiterte meist, da den Indianern die Idee des Landbesitzes ebenso fremd war wie uns die Idee des Luftbesitzes. So kam es zu ständigen Kämpfen, Vertreibungen, Umsiedlungen in "Reservate" bis hin zum systematischen Völkermord (US-General Carleton 1862: « Mit den Indianern sind keine Beratungen oder sonstige Gespräche zu führen. Die Männer sind zu töten, wann immer und wo immer man sie findet. ». US-General Sheridon 1868: « Die einzigen guten Indianer, die ich je sah, waren tote Indianer»)

Spanische Besiedlung Nordamerikas

Das Schwergewicht der spanschen Kolonialisierung war seit Kolumbus Mittel- und Südamerika gewesen. Zu diesem Gebiet gehörten aber auch Gebiete, die heute zu den USA gehören, insbesondere Florida, Texas, New Mexico etc., aber auch der Pazifikküste entlang nach Kalifornien (San Diego, Los Angelos, San Francisco etc). Bei der Entstehung der USA spielte die spanische Bevölkerung aber keine aktive Rolle, denn die 13 alten britischen Kolonien berührten die spanischen Interessengebiete nicht. Erst bei der Ausdehnung der USA nach Osten und Süden v.a.  im 19.Jh. gab es Interessenkonflikte. Die Spanier mussten aber überall ihre Selbstbestimmungsrechte aufgeben, entweder nach militärischen Niederlagen (z.B. New Mexico, oder nach Aufkauf der Landrechte (Florida) oder durch mehr oder weniger freiwillige Eingliederung in die US-Verwaltung.

Besiedlung v.a. durch britische Auswanderer (nach Schmid. Bd.3)

Im Jahre 1607 fuhren 120 Menschen auf drei Schiffen über den Atlantik zur Küste Virginias und gründeten dort Jamestown, die erste auf Dauer angelegte englische Siedlung in Amerika. Die Londoner Handelsgesellschaft, die das Unternehmen mit Genehmigung des Königs James I. finanzierte und durchführte, ließ bald weitere Siedlerschiffe folgen. Eines davon, die Mayflower, kam 1620 vom Kurs ab und landete weiter nördlich in Massachusetts, mit 41 englischen Puritanern an Bord. Diese sogenannten Pilgerväter beschlossen, eine eigene Siedlung zu gründen und nannten sie Plymouth. Bis 1732 entstanden so an der nordamerikanischen Atlantikküste 13 englische Kolonien: Virginia, Massachusetts, Maryland, Rhode Island, Connecticut, Delaware, New Hampshire, Nord- und Süd-Carolina, New York, New Jersey, Pennsylvania und Georgia. Jede Kolonie wurde von einem Gouverneur regiert, der entweder vom englischen König selbst eingesetzt wurde oder von britischen Adligen oder Handelsgesellschaften, die das Eigentumsrecht über eine Kolonie vom König erhalten hatten. Neben dem Gouverneur gab es eine Volksvertretung, die von den landbesitzenden Männern gewählt wurde. Sie wirkte bei der Gesetzgebung mit und bewilligte die Steuern. Die einzelnen Stadte und Grafschaften verwalteten sich meist selbst.

Französische Kolonialisierung Amerikas

Auch die Franzosen bemühten sich um die Kolonialisierung Amerikas. Da aber das dünner besiedelte und weniger industrialisierte Frankreich keinen Auswanderungsdruck kannte, erfolgte die Inbesitznahme amerikanischer Gebiete militärisch und fast ohne Siedler. Von den grossen Seen im Norden entlang dem Mississippi bis an die Karibik (New Orleans) errichteten sie eine Reihe von Forts (militärische Festungen), v.a. um vor Indianerüberfällen geschützt zu sein. Damit verhinderten sie auch eine Ausdehnung der britischen Besiedlung nach Westen. Im europäischen Siebenjährigen Krieg (1756-1763), wo sich Franzosen und Engländer auch in den transatlantischen Kolonien gegenüberstanden, verloren die Franzosen aber den grössten Teil ihrer amerikanischen Kolonien.

13 Kolonien lösen sich vom Mutterland (nach Schmid. Bd.3)
 
Durch britische Steuer- und Zollgesetze nach dem Siebenjährigen Krieg fühlten sich die Kolonisten, die bis dahin praktisch selbständig waren, benachteiligt und forderten Gleichberechtigung mit den Bürgern des Mutterlandes.
Aus Protest gegen die Teesteuer bestiegen Bostoner Bürger, als Indianer verkleidet, im Hafen liegende Schiffe der Ostindien Kompanie und warfen die Teeladung ins Wasser . Als das englische Parlament daraufhin Strafgesetze gegen Massachusetts erließ, versammelten sich Vertreter aller Kolonien zu einem ersten Kontinentalkongreß in Philadelphia und beschlossen einen Boykott aller britischen Waren (1774). Der Militärgouverneur von Massachusetts wollte einige Anführer der rebellierenden Siedler verhaften lassen. Um dies zu verhindern, stellten sich den königlichen Soldaten bewaffnete Kolonisten entgegen und lieferten ihnen bei Lexington und Concord ein Gefecht (1775). Der offene Krieg gegen die englische Kolonialmacht hatte begonnen.
Englische Kolonialpolitik
Die Navigationsakte von 1651 bestimmt, daß nur englische Schiffe Waren nach England und seinen Kolonien bringen dürfen. Die Einfuhr von Fischen nach England ist verboten. Nach der Navigationsakte von 1660 dürfen die Kolonien bestimmte Waren (z. B. Zucker, Tabak, Wolle, Indigo) nur nach England ausführen. 1699 wird den Kolonien die Ausfuhr von Wolle ganz verboten (Wolle-Gesetz); 1732 gilt das Verbot auch für die Ausfuhr von Hüten nach England oder anderen europäischen Ländern (Hut-Gesetz). 1750 untersagt das Eisen-Gesetz den Kolonien die Herstellung von Eisenwaren. 1764 wird durch das Zucker-Gesetz die Einfuhr von Zucker aus Westindien besteuert. Das Stempelsteuer-Gesetz von 1765 besteuert alle Drucksachen und Dokumente in den Kolonien. 1767 wird eine Einfuhrsteuer auf Tee, Papier, Glas und andere Waren beschlossen (Townshend-Gesetz). Das Melasse-Gesetz von 1773 belegt Melasse (Rohrzucker in flüssiger Form) aus Westindien mit hohen Einfuhrzöllen.

Ein zweiter Kontinentalkongreß bestellte George Washington zum Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen und erklärte 1776 die Unabhängigkeit der Kolonien von England. Die Armee der Siedler war unzulänglich ausgerüstet und schlecht organisiert; sie konnte sich nur mit Mühe gegen die überlegenen Engländer halten. Doch französische Freiwillige, wohl auch beseelt von Revanchegelüsten nach der Niederlage gegen die Engländer im Siebenjährigen Krieg, halfen den amerikanischen Siedlern gegen die Engländer. Das brachte 1778 die Wende: Gemeinsam mit dem französischen Adligen Marquis de Lafayette besiegte Washington 1781 bei Yorktown die britische Hauptarmee. Großbritannien erkannte die Unabhängigkeit der 13 Kolonien im Frieden von Paris (!) 1783 an und überließ den Amerikanern das Gebiet bis zum Mississippi. Lafayette kehrte nach Frankreich zurück und wurde dort einer der Anführer der Revolution gegen die absolute Königsherrschaft. Für den französischen König ist die Revanche nicht ganz aufgegangen...

US-Verfassung, seit 1784 in Kraft

Die neu formierten USA gaben sich eine Verfassung, die als die erste moderne demokratische Verfassung bezeichnet werden kann und auch zum Vorbild wurde für die Schweizerische Verfassung von 1848. Zu den USA gehörten damals nur 13 Staaten an der Atlantikküste; sie war so angelegt, dass aber jederzeit neue Staaten dazukommen konnten. Heute sind es 50.

Einige herausragende Merkmale :
- Einige Menschenrechte wurden (unter frz./aufklärerischem Einfluss) in die Verfassung aufgenommen.
- Jeder (weisse ) Bürger hatte die gleichen Rechte : keine ständische Gesellschaft !
- Das Parlament setzte sich zusammen aus zwei Vertretern jedes Staates (Senat) und aus insgesamt 435 Repräsentanten der Bevölkerung (Repräsentantenhaus) ; grosse Staaten hatten also proportional zur (weissen) Einwohnerzahl mehr Repräsentanten als kleine.
- Die Bundesangelegenheiten (damals fast nur Verteidigungsauftrag) wurden von einem Präsidenten geregelt, der – benannt nach dem ersten Präsidenten George Washington - in Washington, im Regierungsbezirk « District of Columbia » residierte, der keinem Staat angehörte. Er wurde von Elektoren auf eine Amtszeit von 4 Jahren gewählt.

Dennoch hatte aus heutiger Sicht die Verfassung klare Mängel :
- Schwarze und Indianer, « natürlich » damals auch die Frauen, hatten kein Stimm- und Wahlrecht.


Sklavenfrage

Sklaven gehörten bis weit ins 19. Jahrhundert zur US-Kultur. V.a. die Baumwollplantagen im Süden arbeiteten mit Sklaven.Der industrialisierte Norden bevorzugte aber freie Arbeiter,die nach Belieben angestellt und entlassen werden konnten.Das führte zu einem Nord-Süd-Interessenkonflikt. Erst um 1865 (Präs.Lincoln) wurde die Sklaverei nach einem Bürgerkrieg zwischen den Nord-und Südstaaten (Sezessionskrieg) abgeschafft. Bis zur Anerkennung der Schwarzen als gleichberechtigte Bürger dauerte es noch 100 Jahre länger.