Wirtschaftssysteme des Kalten Krieges
Christoph Baumann, Philippe Mangold

Der Kalte Krieg fand zu einem wesentlichen Teil auf wirtschaftlichem Gebiet statt. Die wirtschaftliche Situation entschied auch den « Krieg » zugunsten des Westens.

Der Kapitalismus ist ein reines Wirtschaftssystem, das sich einem pragmatischen Gewinnstreben verschrieben hat und deren Vertreter gerne behaupten, nicht von einer Ideologie gesteuert zu sein, während die Wirtschaftsorganisation im Kommunismus nur eine Folge der kommunistischen Ideologie darstellt. Darum ist es besser, von freier Marktwirtschaft (Kapitalismus) und Planwirtschaft (Kommunismus) zu sprechen, um nur die Wirtschaftssysteme zu bezeichnen und jegliche ideologischen Hintergründe aus dem Spiel zu halten.
Egal, wie schön sich die beiden Systeme in der Theorie anhören mögen, was schlussendlich zählt, ist der praktische Erfolg oder eben Misserfolg. Das Scheitern von Staatssystemen mit Planwirtschaft ist darauf zurückzuführen,

* dass sich gewisse Anführer aufgrund des Systemes bereichert haben und nicht so sehr auf das Wohl der Allgemeinheit konzentriert haben und dadurch die Wirtschaft des Landes zum Scheitern brachten.
* Zudem erwies sich die Planung der Produktion zu Befriedigung der Nachfrage  (5-jahres Pläne,...) als äusserst schwierig und auch der Mangel an finanziellem Anreiz durch leistungsabhängige Löhne mag seinen Teil dazu beigetragen haben.
* Schliesslich sind die Länder mit Planwirtschaft von viel schlechteren wirtschaftlichen Voraussetzungen aus gestartet als die seit dem 19.Jh. viel industrialisierteren kapitalistischen Länder.

Die freie Marktwirtschaft ist in der Theorie relativ brutal, weil sich in diesem System der Stärkere gegenüber dem Schwächeren durchsetzt und keine sozialen Absicherungen geplant sind. Der grosse Vorteil der Marktwirtschaft ist jedoch Wandlungsfähigkeit, da sie nicht wie die Planwirtschaft an ausserwirtschaftliche Ziele geknüpft ist. Dadurch konnte sie sich in vielen Ländern Europas im Laufe der Zeit von einer freien zu einer sozialen Marktwirtschaft entwickeln, bei welcher das Volk in Form von Gesetzen dem Prinzip des Stärkeren Grenzen setzen kann.